Handwerkerausbildungszentrum

Grundsteinlegung zum Handwerkerausbildungszentrum (19.10.2018)

Die Bauarbeiten zum neuen Handwerkerzentrum, dem ersten im Simanjiro Distrikt, konnten fristgemäß abgeschlossen werden, sodass die ersten Schüler wie geplant vor einigen Wochen ihren Unterricht zum Maurer beginnen konnten. Die Ausbildung erfolgt nach dem deutschen dualen System, d.h. die Schüler arbeiten während ihrer Ausbildung zeitweise auch auf Baustellen von Firmen. Diese Art der Ausbildung für Maurer ist für Tansania neu, bisher wurden die Lehrlinge nur in den Ausbildungszentren geschult. Die für die Handwerkerausbildung in Tansania zuständige Behörde VETA hat deshalb zunächst erst einmal ein Curriculum für die duale Ausbildung von Maurern erarbeitet und Firmen gesucht, die mitmachen. Wir erwarten dadurch eine praxisnahe Ausbildung mit engerer Anbindung der Schüler an die Firmen des Landes. Zudem lernen sie dabei die Arbeit der Unternehmer kennen, was ihnen helfen kann, wenn sie nach der Ausbildung selbstständig arbeiten wollen. Nach wie vor kommen so gut wie alle Handwerker, die im Distrikt Bauarbeiten durchführen, von außer-halb. ECLAT begleitet diese neue Form der Ausbildung noch ein paar Monate, bevor wir das Projekt Ende Oktober dem Staat als verantwortlichem Betreiber offiziell übergeben.

Sekundarschule in Emboreet

Ende des vergangenen Jahres fanden in Tan­sania wieder die landesweiten Abschlussprü­fungen an den Sekundarschulen des Landes statt. Die Sekundarschule in Emboreet hat dabei bemerkenswert gut abgeschlossen. Von den 18 Schülerinnen und Schülern aus „Form IV“ (Realschulabschluss) hat nur eine Schülerin nicht bestanden. Die Schule belegte unter den 52 teilnehmenden Schulen der Region Platz 7, und Platz 153 von den 1371 Schulen landes­weit. Diese Zahlen belegen, dass sich unsere Anstrengungen zum Auf- und Ausbau der Schule gelohnt haben: Noch vor wenigen Jah­ren fielen die Ergebnisse der Abschlussprüfun­gen schlecht aus, da die Ausbildung der Kinder an den Primarschulen des Distrikts unzu­reichend und die Infrastruktur an der Sekun­darschule mangelhaft war. Wenn die Kinder täglich weite Wege zum Wasserholen geschickt werden, können sie in dieser Zeit nicht unter­richtet werden. Und wenn die Lehrer weit weg vom Schulcampus wohnen, erscheinen sie weder pünktlich zum Unterricht, noch können sie die Hausaufgaben beaufsichtigen. Entspre­chend gut fielen auch die Zwischenprüfungen nach der zweiten Klasse aus: Nur 3 der 88 Schüler haben sich nicht für die nächste Klasse qualifiziert. Das für die Schüler schwierigste Fach war mit großem Abstand Mathematik.

Vor wenigen Wochen sind auch die ersten Mädchen zum Oberstufenunterricht in „Form V“ an der Schule aufgenommen worden. Wir konnten glücklicherweise rechtzeitig genügend Betten besorgen, sodass nun jedes Kind sein eigenes Bett hat. Auch der Bau des neuen Dormitoriums wird bald fertig sein, sodass sie dann aus den Dormitorien der anderen Schü­lerinnen wieder ausziehen können. Nächstes Jahr im Mai werden die ersten Schüler auch an den Abschlussprüfungen der Oberstufe („Form VI“) teilnehmen – zum ersten Mal im Distrikt überhaupt.

Ausbau von Primarschulen

Übergabe der neuen Primarschule in Lengijape (20.02.2019)

In diesem Jahr konnten wir bereits vier unserer Primarschul-Projekte übergeben: neue Klas­senräume in Malambo und die neue Primar­schule in Lengijape (Februar), die renovierte Schule in Kampuni (Mai) und die ausgebaute und renovierte Schule in Loswaki (August). Weitere Schulen folgen in den kommenden Monaten.


Grußwort  von Toima Kiroya, Vorsitzender der ECLAT Development Foundation (Tansania)

Das Erscheinen dieses Briefs möchte ich im Namen von ECLAT, der Partnerorganisation von upendo in Tansania, dazu nutzen, unseren Freunden in Europa zum neuen Informationsbrief zu gratulieren. Der Brief berichtet über unsere gemeinsamen Projekte, insbesondere bei den Massai-Nomaden, den großen Nutznießern der Unterstützung und Hilfe von upendo in Tansania. Für uns bei ECLAT im Land der Massai, aber auch in Tansania insgesamt ist upendo einer unserer wichtigsten Partner. upendo ist eine inzwischen weit bekannte Organisation, die sowohl von den ECLAT-Mitarbeitern als auch der Massai-Bevölkerung und anderen ländlichen Gemeinden geachtet wird. Schüler und Leh­rer im Einsatzbereich von ECLAT begrüßen und sind sehr dankbar für das, was upendo ihnen er­möglicht. In Regierungskreisen, insbesondere im für Bildung zuständigen Ministerium, Tamisemi, und der Distriktregierung wird upendo wegen seiner bedeutenden Beiträge zur Infrastrukturent­wicklung im Bildungsbereich und anderer sozialer Dienste hoch geschätzt und als wichtige Ergän­zung zu den staatlichen Entwicklungsbemühungen angesehen. upendo spendet durch ECLAT viel Geld für den Bau und die Erneuerung der Schulinfrastruktur in den Distrikten Simanjiro, Ngoron­goro, Monduli in Nordtansania und Tandahimba in Südtansania. Allein im Jahr 2019 konnten dank der finanziellen Unterstützung von upendo bisher mehrere Projekte abgeschlossen werden. Dazu gehört der Neubau der Primarschule in Lengijape im Distrikt Monduli, die neuen Klassenräume an der Primarschule in Malambo (Ngorongoro), die Renovierung der Primarschule in Kampuni (Siman­jiro) und die Renovierung und Erweiterung der Primarschule in Loswaki (Simanjiro). Nach Fertig­stellung der Arbeiten wurden die Schulen von ECLAT und upendo an die Regierung als Betreiber der Schulen übergeben. Weitere bereits laufende Primarschulprojekte liegen in den Dörfern Nado-ilchu­kin, Kimelok, Luagala und in Mazinde. Auch die Bauarbeiten an der Sekundarschule in Emboreet, der einzigen Oberschule im Simanjiro Distrikt, gehen kontinuierlich weiter. Der Bau des Simanjiro Handwerkerausbildungszentrums ist bereits abgeschlossen, und die Ausbildung der ersten Mau­rerlehrlinge hat vor wenigen Wochen begonnen.

upendo unterstützt auch die Arbeiten von ECLAT zur Verbesserung der Stellung der Frauen in der Massai-Kultur. Von den 75 Frauengruppen, die sich unter der Leitung von ECLAT gebildet haben, konnten bisher 58 Finanzhilfen als Mikrokredite erhalten. Die Mittel werden als Startkapital zur Verfügung gestellt, damit die Gruppe Einnahmen erwirtschaften kann, die die Frauen wirtschaftlich stärken. So erhalten sie die Freiheit und Unabhängigkeit, ihr eigenes Geld und ihre eigenen Res­sourcen einzusetzen. Zu dieser Arbeit gehört auch das von upendo finanzierte Trainings- und Ent­wicklungszentrum für Frauen. In diesem Zentrum werden die Frauengruppen in verschiedenen Themenbereichen ausgebildet. Die Frauengruppen werden aber auch von den ECLAT-Mitarbeiterin­nen regelmäßig in den Dörfern besucht und betreut.

Ich hoffe, dass ECLAT und upendo auch in Zukunft partnerschaftlich zusammenarbeiten werden, zum Wohle der Menschen, die diese Unterstützung auch weiterhin benötigen. Abschließend möchte ich diese Gelegenheit im Namen von ECLAT und den von upendo unterstützten Menschen und Ge­meinden nutzen, um mich bei allen Freunden von upendo und den Geberorganisationen für die geleistete finanzielle Hilfe bedanken, aber auch für die damit verbundene moralische Unterstützung der Menschen, denen damit geholfen wird. Ich möchte mit einem Kisuaheli-Wort schließen, der Landessprache Tansanias: ASANTENI SANA – Herzlichen Dank!


Fotos: Bakiri Angalia (Oktober 2018), Claudio Verbano (Februar 2019)

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