Für eine gute Zusammenarbeit von upendo mit unserer tansanischen Partnerorganisation ECLAT ist es uns ein ständiges Anliegen, den Blickwinkel der tansanischen Partner zu teilen.

Frauenarbeit

Beatrice Loibanguti Laizer und Esther Paul Ndiimu sind zwei junge Lehrerinnen. Sie sind beide Projektbetreuerinnen in der Abteilung für die Stärkung und Entwicklung der Frauen (Women Empowerment). Ihre Hauptaufgabe ist die Durchführung von Schulungen im ECLAT Women Training and Development Center (Frauenzentrum) und Hilfe für die Frauen in den Dörfern Vorort, das Gelernte im alltäglichen Leben umzusetzen. Sie sind beide seit 2017 bei der Organisation angestellt.

Schulprojekte

Es sind immer wieder bewegende Momente, wenn Dörfer, wie Oltepeleki die Übergabe eines Schulprojektes feiern. Im August übergab ECLAT die Primarschulen Lenaitunyo, Loosiririmi und Bembereza, im Herbst konnte Fred Heimbach und eine kleine Besuchergruppe dabei sein, wie ein weiteres Mädchen-Dormitory (Schlafsaal) an der Sekundarschule in Emboreet übergeben wurde (zusätzlich zu den Primarschulen Donyonaado, Oltepeliki, Orkiringo und Sumawe). Weiterführende Schulen sind im ländlichen Tansania aufgrund der weiten Wege Internatsschulen. Die Schülerzahlen in Emboreet sind in den letzten Jahren stark gestiegen. So haben jetzt auch die Mädchen alle ein eigenes Bett, wenn sie auf dem Schulgelände wohnen.

Wasserprojekte

 

Dass eine gute verlässliche Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu den grundlegenden Menschenrechten gehört, zeigt ihre große Bedeutsamkeit für eine Gesellschaft. In einem so trockenen Umfeld wie der Massai-Steppe erleben die Menschen diese Notwendigkeit umso deutlicher. Das Brunnenprojekt in Sukuro und die beiden Wasserfilterprojekte in Narakauo und Naiti bedeuten für die Bewohner der Dörfer ein größeres Maß an sauberem Trinkwasser. Sie kommen an die Zapfstellen und holen für sich und ihre Familien hygienisch sauberes Wasser.

Dank

Wir sind dankbar, ECLAT bei ihrem Bestreben unterstützen zu können, die Massai-Gesellschaft Tansanias voranzubringen. Herzlichen Dank allen Freunden, Stiftungen und Firmen, die upendo diese Arbeit ermöglichen.

Bericht der beiden Lehrerinnen am Frauenzentrum von ECLAT

Mein Name ist Beatrice Loibanguti Laizer. Ich bin eine Maasai-Frau im Alter von 31 Jahren. Ich habe einen Bachelor-Abschluss in Pädagogik von der Universität Arusha. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder.

Mein Name ist Esther Paul Ndiimu. Ich bin eine Maasai-Frau im Alter von 32 Jahren und habe einen Abschluss in Pädagogik vom Arusha Teachers College. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen.

„Als Projektbegleiterinnen macht es uns Freude, Frauen im Women Training Center zu schulen. Jede Woche besuchen ver-schiedene Gruppen das Zentrum und werden in einer Reihe von Themen unterrichtet, darunter Körperpflege, Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung, Hygiene, Geflügelhaltung, Seifenherstellung sowie die gemeinschaftliche Bewirtschaftung von Mikrokrediten. Wir verbringen auch Zeit mit den Frauen in ihren Gruppen in den Dörfern mit Mentoring-Aktivitäten. Damit stellen wir sicher, dass die im Zentrum durchgeführten Schulungen auch in den Haushalten umgesetzt werden. Als Maasai-Frauen verstehen wir die Herausforderungen, die die Frauen der Hirtenvölker meistern müssen. Von ihnen wird erwartet, dass sie ihre Zeit und Energie für die Entwicklung der Familie einsetzen, obwohl sie nur über geringe wirtschaftliche Fähigkeiten verfügen und nur wenig Zeit zur Verbesserung ihrer eigenen Situation haben. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass diese Frauen ihre Rolle bei der wirtschaftlichen Versorgung ihrer Familien verstehen, und ihr Selbstvertrauen zu stärken.
Durch unsere Mentoring-Aktivitäten haben wir festgestellt, dass sich bei Frauengruppen und Einzelpersonen allmählich ein wirtschaftlicher und sozialer Wandel vollzieht. Durch die Schulungen haben die Frauen beispielsweise ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, ihr Selbstvertrauen, ihr Selbstwertgefühl, ihr Selbstbewusstsein und ihre Körperpflege erkennbar verbessert.
Sie haben gelernt, ein eigenes Einkommen zu erzielen und zu sparen, kleine Kredite aufzunehmen und diese innerhalb der vereinbarten Zeit zurückzuzahlen. Die meisten haben als Gruppe oder als Einzelpersonen ein kleines Geschäft mit dem Verkauf von Lebensmitteln wie Zucker, Teeblättern und Speiseöl in den Dörfern begonnen. Es gibt Gruppen, die gemeinsam wirtschaftliche Tätigkeiten ausüben, z. B. Seife herstellen, Maismehl mahlen, Hühner halten und traditionellen Schmuck mit bunten Perlen herstellen.
Wir fühlen uns sehr privilegiert, in einem Team zu arbeiten, das sich dafür einsetzt, dass Frauen ihre Lebensgeschichte ändern, die Armut überwinden und ein persönliches soziales und wirtschaftliches Wachstum erfahren.“

(aus dem Englischen übersetzt von Matthias Schmid)

Fotos: Bernhard Becker, Rüdiger Fessel, Fred Heimbach, Andreas Salzmann

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