upendo Informationsveranstaltung


Die Informationsveranstaltung am 14. April 2018 war gut besucht. Wir danken unserem Schirmherrn, Minister Herbert Reul, für seine Teilnahme und sein anerkennendes und ermutigendes Grußwort. Toima und Philomena Kiroya, Leiter unserer tansanischen Partnerorganisation ECLAT, berichteten aus erster Hand über den aktuellen Stand der Projekte. Vielen Dank an alle, die teilgenommen haben!

Informationsveranstaltung am 14. April 2018 in Leichlingen; v.l.n.r: Innenminister Herbert Reul, Bürgermeister Frank Steffes, Rebecca Trienekens-Domrös, Philomena Kiroya, Fred Heimbach, Toima Kiroya

Wohnhäuser für Lehrer der Sekundarschule

Der Aufbau der Sekundarschule in Emboreet geht in großen Schritten weiter. Am 19. Februar 2018 konnten wir der Distriktregierung als Betreiber der Schule wieder einmal neue Gebäude übergeben, dieses Mal sechs Reihenhäuser als Domizil für die Lehrer der Schule. Als Internatsschullehrer müssen sie auf dem Schulgelände wohnen, um die Schüler auch nach dem Unterricht betreuen zu können. Bisher aber wohnten die Lehrer in den Dörfern der Umgebung, kamen aufgrund der langen Wege morgens oft zu spät zur Schule und machten sich früh wieder auf den Heimweg. Nur der Schulleiter und zwei Lehrerfamilien wohnten bereits auf dem Gelände. Die Lehrer hatten schon lange um Wohnungen gebeten, jetzt freuten sie sich auf ihre Wohnungen und bedankten sich vielmals. Als die Veranstaltungen des Tages beendet waren, bezogen alle verbliebenen 14 Lehrer noch am gleichen Abend die neuen Häuser. Nun können sie sich den ganzen Tag über intensiv der Ausbildung ihrer Schüler widmen, statt ihre Zeit mit langen Märschen zu verbringen.

Minister Sinkamba Kandege präsentiert die Übergabeurkunde für die Wohnhäuser; neben ihm der Distrikt-Commissioner Zephania A. Chaula und Alexander Nikolakis, stellvertretender Leiter von upendo

Noch am selben Tag wurde auch der Grundstein für neue Dormitorien für Mädchen gelegt. Sie sollen bereits im Mai eröffnet werden, sodass im Juni, zum neuen Schuljahr, auch Mädchen in die Oberstufe aufgenommen werden können – damit werden sie die ersten im Distrikt sein.

Abschlussprüfungen an der Sekundarschule

Inzwischen liegen auch die Ergebnisse der letztjährigen Abschlussprüfungen vor. Stolz berichtete uns der Schulleiter, dass alle Schülerinnen und Schüler die Zwischenprüfung nach den ersten beiden Schuljahren bestanden haben, und sogar recht gut: 18 sehr gut, 13 gut, 21 befriedigend und 16 ausreichend. Auch die Ergebnisse der Abschlussprüfungen nach vier Schuljahren (Realschulabschluss) waren gut und deutlich besser als in den Jahren zuvor: Die Schule schnitt als beste des Distrikts ab, belegte Rang 8 von 63 Schulen der Region und Rang 224 von 1.738 Schulen des Landes. Diese Schüler profitierten bereits von dem zügigen Ausbau der Schule durch upendo und der guten Ausstattung der Schule mit Lehrern durch die Distriktregierung. Unsere Zusammenarbeit zeigt immer mehr Früchte!

Neue Klassenräume für Malambo

Traditionelle Tänze bei der Übergabefeier der neuen Klassenräume in Malambo

Am 16. Februar 2018 konnten wir der Distrikt-regierung als Betreiber der Primarschule in Malambo (Ngorongoro-Distrikt) drei neue Klassenräume übergeben. An dieser Schule werden zzt. mehr als 1.200 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Viele davon leben im Internat auf dem Schulgelände. Gebaut aber wurde die Schule einmal für 350 Kinder. Entsprechend viele Kinder werden zum Unterricht in einen Klassenraum „gepfercht“, teilweise über 100 – mit entsprechenden Lernergebnissen. Die Räume sind obendrein in die Jahre gekommen und renovierungsbedürftig. Trotzdem war es eine schöne Übergabefeier mit traditionellen Tänzen und Gesängen – und mit vielen, vielen Kindern, die hoffnungsvoll in eine Zukunft blicken, trotz geringer Chancen. Glücklicherweise geht der Ausbau der Schule weiter: ECLAT hat nur zwei Wochen später mit dem Neubau weiterer Klassenräume begonnen.

Gedanken zur Projektarbeit von upendo anlässlich unserer Besuchsreise im Februar

Die Möglichkeit, die von upendo unterstützten und von ECLAT durchgeführten Projekte in der Realität zu sehen und das zugehörige Umfeld ‚live‘ mitzuerleben, ist von unschätzbarem Wert. Denn dadurch wurde es uns erst möglich, zunächst abstrakte Informationen über die Projekte mit eigenen Erlebnissen und Begegnungen vor Ort zu verknüpfen, – diese also in der Realität zu erfahren.

Bei zahlreichen Treffen und Beratungen mit Ortsvorstehern, Schulleitern, Lehrern und Frauengruppen konnten wir vor Ort eigene, unverfälschte Eindrücke gewinnen. Diese vielfältigen Eindrücke lassen sich aufgrund der großen Bandbreite nur schwer zusammenfassen. Sie reichten von Freude & Dankbarkeit der lokalen Bevölkerung darüber, dass sich ihr Umfeld positiv weiterentwickelt bis hin zu den vielen Schwierigkeiten, Hindernissen und Widrigkeiten, die dazu beitragen, dass manches nicht so läuft, wie man es sich idealerweise wünschen würde. Eine wichtige Erkenntnis möchten wir jedoch teilen, auch wenn sie sich zunächst banal anhört: Der Zugang zu Bildung, und damit die Möglichkeit etwas über sich und über die Welt zu lernen, ist der Schlüssel zu einem selbstbe-stimmten Leben. Wem dies verweigert wird, dem wird auch die Chance auf ein eigenständiges und erfülltes Leben genommen. Deswegen ist jede Investition in Bildung richtig und wichtig, denn sie bildet das Fundament für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft. Jede einzelne der Schulen, die bisher renoviert oder neu gebaut wurden, ist ein wichtiger Baustein in diesem Prozess und kann idealerweise den Kindern vor Ort eine Zukunft ermöglichen.

Die Furcht vor dem Verlust der Traditionen, – wohl mit einer der Gründe, weshalb Bildung bislang keinen hohen Stellenwert bei den Massai hatte – ist nicht unbegründet. Denn traditionell lebende Volksstämme mit ihrem Schatz an Brauchtum und Überlieferungen sind in unserer globalisierten industrialisierten Welt in der absoluten Minderheit – nicht nur in Tansania, sondern weltweit.

Es ist daher ein schwieriger, große Behutsamkeit erfordernder Balanceakt, Wege und Möglichkeiten einer besseren, nachhaltigen Zukunft für die Massai aufzuzeigen, ohne diese zwanghaft von außen vorzuschreiben. Im Zuge einer solchen Transformation sollte man sich davor hüten, Traditionen und Werte einfach ungeprüft als überkommen und negativ zu bewerten und über Bord zu werfen, sondern vielmehr versuchen, diese mit dem abwägenden Blick des Vernünftigen zu betrachten und sich bemühen, einen würdigen Ersatz zu finden. Ein Surrogat, das sich auch in ein künftiges Leben integrieren lässt und in dem die Tradition in verwandelter Form weiterleben könnte. Wenn es gelänge, Weiterentwicklung als Chance zu verstehen und nicht als Bedrohung, wäre sehr viel gewonnen. Die Voraussetzung dafür ist Aufklärung, die letztlich nicht ohne Bildung zu erreichen ist.

Sibylle Eck und Alexander Nikolakis

Fotos: (1) Rüdiger Fessel (April 2018), (2) Fred Heimbach (Februar 2018), (3) Sibylle Eck (Februar 2018)
Layout: Heike Ponge;

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