Rückblick 2017


Auch 2017 konnten wir alle unsere Projekte wie geplant realisieren, obwohl sich auch wieder unerwartete Zusatzkosten ergeben haben. Für Interessierte ist auf der upendo Homepage eine Übersicht unserer Einnahmen und Ausgaben im vergangenen Jahr einsehbar. Dort sind auch die Organisationen aufgeführt, die durch ihre Zuwendungen diese Projekte ermöglicht haben und denen wir für die Unterstützung unserer Arbeit danken.

Unser wichtigster Projektpartner war wieder die ECLAT Development Foundation im Simanjiro-Distrikt im Norden Tansanias:

  • Der Aufbau der Sekundarschule in Emboreet war auch 2017 wieder eine unserer zentralen Aufgaben. Im ersten Halbjahr wurden drei naturwissenschaftliche Fachräume (Laboratorien) gebaut, ausgestattet und Ende September offiziell eröffnet.

    Abschlussfeier der letztjährigen Schulabgänger der Sekundarschule

    Jetzt können die Schülerinnen und Schüler dort erste praktische Erfahrungen in Biologie, Chemie und Physik machen. Das passt umso besser, als die Schule sich besonders der naturwissenschaftlichen Ausbildung widmet, die bisher an den Sekundarschulen Tansanias vernachlässigt wurde. Für die Qualifizierung einer Schule zum Oberstufenunterricht sind Laboratorien ein Muss: seit dem Juli werden auch Oberstufenschüler in Emboreet unterrichtet – als erster und einziger Sekundarschule im ganzen Distrikt.
    Wie alle Sekundarschulen Tansanias ist auch diese eine Internatsschule. Damit auch die Lehrer nach dem Unterricht auf dem Schulgelände für Ordnung sorgen und die Schüler beaufsichtigen können, haben wir in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau von Wohnhäusern für Lehrer begonnen: sechs Reihenhäuser „unter einem Dach“. Sie werden jetzt, im Februar, bereits bezogen und an die Schule übergeben. Die Lehrer warten sehnlichst auf den Einzug, da sie in der Umgebung nur einfache Behausungen in großer Entfernung zur Schule anmieten konnten.
  • Feier zur Übergabe der renovierten Gebäude der Primarschule in Emboreet

    Dank der großzügigen Unterstützung verschiedener Organisationen konnte ECLAT 2017 immerhin drei Primarschulen im Simanjiro-Distrikt grundlegend renovieren, und zwar in den Dörfern Loiborsoit, Emboreet und Narakauo. In Malambo, einem Dorf in Nordtansania unweit der Grenze zu Kenia, konnte ECLAT in den letzten Monaten neue Klassenzimmer bauen: Diese Schule wurde einmal für 350 Kinder gebaut, jetzt sollen dort aber mehr als 1100 Kinder lernen – in großer Enge und mit entsprechendem „Erfolg“. Der Ausbau der Primarschulen ist ein dringliches Thema bei den Massai. Wenn wir mit upendo Bildung fördern wollen und die Eltern motivieren, ihre Kinder zur Schule zu schicken, dann müssen auch adäquate Schulen in genügender Anzahl vorhanden sein. Kein leichtes Unterfangen bei einer Volksgruppe mit 70% Analphabeten und hohen Kinderzahlen.
  • Die Frauenarbeit von ECLAT ist mit der Eröffnung des neuen Frauenzentrums Anfang Oktober einen großen Schritt weitergekommen. Nun kommt jede Woche eine der Frauengruppen ins Zentrum, um dort von zwei Seminarleiterinnen unterrichtet zu werden. Die meisten der Frauen haben selbst nie eine Schule besucht, und normalerweise erlauben ihre Männer ihnen kaum, das Boma zu verlassen. Jetzt aber kommen sie für mehrere Tage im Seminarzentrum zusammen, statt sich wie bisher nur hin und wieder für ein paar Stunden im Dorf unter einem Baum zu versammeln. Neben dem Umgang mit den Mikrokrediten stehen Themen wie Erziehung, Hygiene oder Familienplanung auf dem Programm.
    2017 erhielten weitere Frauengruppen jeweils etwa 800 Euro Unterstützung in Form eines Mikrokredits. Da Frauen bei den Massai keinen eigenen Besitz haben, bedeutet ihnen dieses Geld viel. Sie sollen damit eigenständig wirtschaften lernen und sich ein eigenes kleines Einkommen verschaffen. Insgesamt betreut Philomena zurzeit etwa 75 Frauengruppen, knapp 60 Gruppen haben inzwischen schon eine finanzielle Unterstützung erhalten.
  • Anfang 2017 konnten wir den PAULA-Wassercontainer im Dorf Sukuro eröffnen. Dort wird das verschmutzte und mit Keimen belastete Wasser aus dem Stausee durch Membrane gefiltert, so dass der Bevölkerung nun sauberes und hygienisch einwandfreies Wasser zur Verfügung steht. Noch müssen alle im Dorf mit dieser Form der Wasserversorgung umgehen lernen: Die Bevölkerung muss lernen, dass sauberes Wasser einen (geringen) Preis hat, die Betreuer der Anlage müssen lernen, verlässlich für die Wasserversorgung der Bevölkerung zu sorgen, das Wasserkomitee des Dorfes muss für von allen akzeptierte Verfahrensregeln sorgen und ECLAT für die Koordination des Gesamtprojekts. Das hört sich für Europäer einfach und logisch an, ist aber für ein abgelegenes Dorf im Simanjiro-Distrikt eine große Herausforderung.

Ferdnand, Education Officer von PAMS, begeistert die Schüler

Auch mit der PAMS Foundation haben wir 2017 wieder mit Umwelt- und Naturschutzbildung an mehreren Sekundarschulen im Bereich des benachbarten Tarangire-Nationalparks zusammengearbeitet. Da die wilden Tiere des Parks die Lebensgrundlagen der angrenzenden Bevölkerung bedrohen und die Grasflächen der Parks den Tierherden der Massai nicht als Weideflächen zur Verfügung stehen, ist die Bevölkerung kaum bereit, den Tier- und Naturschutzgedanken mitzutragen. Wöchentlich werden an den Schulen interessierte Schüler in speziellen Kursen von PAMS-Mitarbeitern in Umwelt- und Naturschutzfragen geschult. Ich war im Oktober bei unserem Besuch des Kurses Living in Harmony with Nature an der Sekundarschule in Emboreet beeindruckt, wie klar und deutlich die Schüler die Umwelt- und Naturschutzprobleme ihrer Gesellschaft erkennen und diskutieren konnten. Ein Projekt, das bereits jetzt Früchte trägt und Hoffnung macht.

Ausblick 2018

In diesem jahr wollen wir die begonnenen Projekte weiterführen und einige neue beginnen. Schwerpunkt wird auch 2018 wieder Schulbildung, Stärkung der Frauen und Natur- und Umweltbildung sein. Wir werden über die verschiedenen Projekte in gewohnter Weise berichten.

Bis in die Abendstunden wurde die Eröffnung des Frauenzentrums gefeiert

Autor: Fred Heimbach
Fotos: Rüdiger Fessel (Oktober 2017)

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