In diesem Informationsbrief berichten wir über die Eröffnung des Wasserprojekts im Dorf Sukuro Anfang des Jahres und aktuelle Entwicklungen an der Sekundarschule in Emboreet, unserem derzeit aufwendigsten Projekt. Über die anderen Projekte von upendo berichten wir dann wieder in den kommenden Informationsbriefen: über die Arbeit mit den Frauengruppen, die Renovierungs- und Erwei-terungsarbeiten an verschiedenen Primarschulen und auch unsere Projekte im Konfliktfeld zwischen Mensch und Natur.

Eröffnung des PAULA-Wasserprojekts

Das Dorf Sukuro liegt etwa eine halbe Autostunde auf unbefestigten Pisten von Emboreet entfernt. Neben dem Dorf wurde in der Kolonialzeit ein Staudamm gebaut, in dem sich in der Regenzeit das abfließende Wasser sammelt. In den fast acht Monaten der Trockenzeit kommen täglich tausende Rinder, Schafe und Ziegen zum See, um im Wasser stehend ihren Durst zu löschen. Das Wasser ist – auch durch ihren Urin und Kot – so verschmutzt, dass man keine drei Zentimeter tief ins Wasser sehen kann. Aber dennoch holen sich die Dorfbewohner dort ihr Trink- und Brauchwasser – und viele Krankheiten, wie die Statistik in der örtlichen Gesundheitsstation zeigt. Zum Glück ist der See so groß, dass sein Wasservorrat nur in extremen Jahren nicht für die lange Trockenzeit ausreicht.

Stolz erläutern die Mitglieder des Wasserkomitees ihren Gästen das Projekt.

Wir freuen uns, dass upendo im vergangenen Jahr durch eine Sonderspende in Sukuro mit einem PAULA-Container eine Wasserfiltrationsanlage installieren konnte. Es hat ein paar Monate gedauert, bis der Container mit der kompletten Ausrüstung von Deutschland aus in Tansania ankam und der Zoll ihn freigab. Aber nachdem dann ein Kran den Container in Sukuro von dem Tieflader auf die vorbereiteten Fundamente gehoben hatte, konnte die Installation im Dezember noch vor dem Beginn der Regenzeit erfolgen.

Mitten im See hängt an einem Ponton eine Pumpe, die das Seewasser durch eine lange Rohrleitung in den Container pumpt. Dort wird es in drei Tanks verteilt, in denen spezielle Membranen installiert sind. Kleine Pumpen im Container saugen das durch die Membranen gefilterte klare Wasser in einen vierten Tank, von dem es in die Vorratstanks außerhalb des Containers gepumpt wird. Solarzellen auf dem Containerdach versorgen die Anlage mit Energie; und dank der Batterien im Container arbeitet die Anlage Tag und Nacht. So stehen der Dorfbevölkerung nun täglich etwa 24 Kubikmeter klares und hygienisch sauberes Wasser in Trinkwasserqualität zur Verfügung.

Zur Wasserversorgung der Bevölkerung werden in dieser Gegend fast ausschließlich Grundwasserbrunnen gebohrt, da das Oberflächenwasser in aller Regel verschmutzt ist – mit den entsprechenden gesundheitlichen Konsequenzen. Eine Anlage aber, die Oberflächenwasser filtriert und die Bevölkerung vom Grundwasser unabhängiger macht, erzeugt großes Interesse. Der für Wasser zuständige Minister war bereits wenige Tage nach der Installation des PAULA-Containers vor Ort, neben Vertretern der Lokalregierung und dem zuständigen Komitee des Parlaments.

Offizielle Eröffnung des Wasserprojekts in Sukuro durch Joel Bendera (Regional Commissioner).

Bei der offiziellen Eröffnungsfeier am 9. Februar 2017 war wieder einmal der Regional Commissioner der Manyara-Region, Joel Bendera, unser Ehrengast. Er eröffnete im Auftrag des Ministers die Anlage mit einem Eimer frischen Wassers in Anwesenheit von vielen Gästen, u.a. auch von Frau Rebecca Trienekens von der PAULA Water GmbH in Deutschland.

Das Dorf hat ein Wasserkommittee gebildet, das nun für den störungsfreien Betrieb der Anlage verantwortlich ist. Für jeden Eimer Wasser werden umgerechnet ein paar Cent erhoben, um damit die anfallende Kosten und Löhne zu begleichen. Die Dorfleitung hat aber entschieden, dass die örtliche Schule das Wasser umsonst bekommt.

Sekundarschule in Emboreet

Ende 2016 fanden wieder einmal die landesweiten Abschlussprüfungen an den Sekundarschulen Tansanias statt. Zwar haben an der Sekundarschule in Emboreet nur 54% der Schülerinnen und Schüler den „O-level“ (Realschulabschluss) bestanden, aber die Zahl bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (28%) immerhin einen doppelt so hohen Anteil bestandener Prüfungen. Auch wenn diese Ergebnisse nach wie vor nicht zufriedenstellend sind, zeigen sie aber Verbesserungen von Jahr zu Jahr. Diese Schüler mussten in den vergangenen Jahren unter extrem ungünstigen Bedingungen lernen. Die Jungen mussten bis zum Bau der Dormitorien täglich weite Strecken bis zur Schule gehen. Bis zum Bau der ersten Wohnhäuser für Lehrer wohnten alle Lehrer weit weg von der Schule in den Dörfern. Nach Schulschluss war nachmittags auf dem Schulgelände kein Lehrer anwesend, der die Schüler beaufsichtigt und betreut hätte. Die nächste Schülergeneration hat es in dieser Hinsicht bereits deutlich besser: bei den landesweiten Zwischenprüfungen nach den ersten zwei Schuljahren haben unsere Schüler Ende des letzten Jahres gut abgeschnitten: alle haben die Prüfungen bestanden und sich für die nächsten zwei Jahre bis zum „O-level“ qualifiziert.

Darüber hinaus gibt es noch weitere erfreuliche Entwicklungen zu berichten: Anfang dieses Jahres haben 100 Mädchen und Jungen ihre Ausbildung in der ersten Klasse an der Sekundarschule begonnen – eine Zahl, die für eine zweizügige Schule auch in Tansania schon an der Grenze des Möglichen liegt. Da alle Kinder aus dem Distrikt stammen, zeigt diese Zahl auch den zunehmenden Erfolg der Primarschulen: für uns eine Verpflichtung, uns auch um die Primarschulen zu kümmern, damit die steigenden Schülerzahlen dort nicht zu schlechterer Bildung führen.

Auch die Kinder freuen sich über sauberes Trinkwasser im Dorf.

Bei unserem Besuch im Februar wurden aktuell 230 Schüler an der Sekundarschule unterrichtet (einschl. der 100 Anfänger). Der Schulleiter rechnete damit, dass die Zahl in den kommenden Wochen durch Neuzuweisungen noch einmal um etwa 50 steigen wird. Und im Juli beginnt an der Schule der Oberstufenunterricht – als erster und einziger Schule im Distrikt. Dann werden 70 weitere Schüler hinzukommen (zwei Klassen mit je 35 Schülern), von denen sich hoffentlich viele einmal mit dem „A-level“ (Abitur) zum Hochschulstudium qualifizieren werden.

Die Schulbildung im Simanjiro-Distrikt macht deutlich messbare Fortschritte. Wir freuen uns, dass wir mit upendo dazu beitragen können. In diesem Jahr stehen Renovierungsarbeiten an drei Primarschulen im Distrikt und an einer außerhalb an. Die Bauarbeiten an der Sekundarschule in Emboreet für einen Gebäudekomplex mit drei naturwissenschaftlichen Fachräumen (Laboratorien) sind fast abgeschlossen. In der zweiten Jahreshälfte wollen wir sechs Reihenhäuser für die Lehrer und ihre Familien errichten. Dann werden fast alle Lehrer Tag und Nacht auf dem Schulgelände sein und sich intensiv um den Unterricht und die Betreuung der Schüler kümmern können.

Fotos:
Fred Heimbach (Mai 2017)

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