The women are dressed festively .

Rückblick 2016

2016 konnten wir alle unsere Projekte trotz unerwarteter Zusatzkosten wie geplant fertigstellen. Die finanzielle Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben von upendo im Jahr 2016 ist unter Finanzen einsehbar. Dort sind auch die Organisationen aufgeführt, die durch ihre Zuwendungen viele dieser Projekte ermöglicht haben und denen wir für die Unterstützung unserer Arbeit dankbar sind.

Unser wichtigster Projektpartner war wieder die ECLAT Development Foundation im Simanjiro-Distrikt im Norden Tansanias:

  • An der Sekundarschule in Emboreet standen 2016 vor allem Infrastrukturmaßnahmen an. Auf dem Dach der Schule sorgen Solarpanele nun dafür, dass die Schule Strom hat. Batterien in einem isolierten und gekühlten Raum speichern den Strom für die Nachtstunden. In den Wohngebäuden und in der Schulküche fließt nun aus den Wasserhähnen frisches und sauberes Wasser, und die Fermenter an den Toilettenanlagen liefern Biogas zum Kochen anstelle von Brennholz, das immer rarer wird. Dank der fest installierten Lautsprecheranlage sind jetzt Großveranstaltungen in der Mensa möglich, und auf einer großen Leinwand können über den Beamer unter der Decke u.a. Filme gezeigt werden – was auch die Lehrer gerne zu Schulungszwecken nutzen. Die Gäste finden auf einem der 650 modernen Stühle Platz, und für den Mensa-Betrieb gibt es jetzt reichlich Tische.
  • An der Primarschule in Emboreet wurden die Klassenräume renoviert, an denen seit ihrem Bau vor etwa 50 Jahren sozusagen nichts repariert worden war. Und da es an der Schule keine funktionierenden Toiletten mehr gab (!), haben wir auch neue Toilettenanlagen für die Mädchen und Jungen gebaut.
  • In der Nähe von Iringa (Zentraltansania) konnten wir an der Sekundarschule in Kilolo ein Dormitorium für Jungen bauen, so dass nun auch die Jungen auf dem Schulgelände wohnen und nicht mehr so leicht in der Stadt bleiben und den Unterricht schwänzen können.
  • Zur Frauenarbeit von ECLAT: siehe unten.
  • Zum PAULA-Wassercontainer in Sukuro: siehe den Bericht weiter unten.
  • Und – last but not least – steht ECLAT nun auch für die vielen Aufgaben in den Dörfern und anderswo ein eigenes Geländefahrzeug (Landcruiser) zur Verfügung.

2016 haben wir aber auch mit der PAMS Foundation wieder Projekte im Konfliktfeld von Mensch und Natur realisiert:

  • Schutz von Maisfeldern vor Elefanten durch Pfeffer-Chilli-Zäune in Emboreet und der Ngorongoro-Region;
  • Verbesserter nächtlicher Schutz der Weidetiere der Massai vor Löwen im Bereich des Tarangire-Nationalparks, so dass weniger Löwen getötet werden;
  • Umwelt- und Naturschutzbildung an Sekundarschulen im Bereich des Tarangire-Nationalparks.

Frauenarbeit von ECLAT

Natürlich hat upendo 2016 auch die Frauengruppen weiter unterstützt. Philomena Kiroya betreut zurzeit etwa 75 Frauengruppen, etwa 45 von ihnen haben inzwischen schon eine finanzielle Unterstützung erhalten. Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres haben weitere Frauengruppen eine finanzielle Unterstützung erhalten; so erhielten 11 Frauengruppen jeweils knapp 1.000 Euro. Da Frauen bei den Massai keinen eigenen Besitz haben, bedeutet ihnen dieses Geld viel. Sie sollen damit eigenständig wirtschaften lernen und sich ein eigenes kleines Einkommen verschaffen. Nach einiger Zeit müssen sie einen Teil ihres Gewinns an ECLAT zurückzahlen – so dass weitere Frauengruppen finanziell unterstützt werden können.

Montage des PAULA-Wassercontainers

Sauberes Trinkwasser für Sukoro

2016 konnten wir dank einer Sonderspende auch einen „PAULA-Wassercontainer“ nach Tansania verschiffen. Neben den Tanks mit speziellen Membranen zur Filtration von belastetem und unreinem Wasser enthielt der Container auch eine Solaranlage. Diese dient nun zum Betrieb der Anlage in Sukuro, einem Dorf ohne öffentliche Stromversorgung unweit von Emboreet. Das Dorf liegt an einem Stausee, der in der Kolonialzeit angelegt wurde. Täglich gehen tausende von Rindern, Schafen und Ziegen zum Trinken bis zum Bauch in den flachen See und verunreinigen das Wasser. Es ist entsprechend trüb und mit Keimen belastet. Aber auch die Menschen nutzen dieses Wasser als Trinkwasser – mit den entsprechenden gesundheitlichen Konsequenzen. Nach vielen technischen und bürokratischen Hürden konnten wir Anfang Dezember die Anlage in Sukuro endlich installieren. Von einem Ponton im See wird nun Seewasser in den Container gepumpt und dort filtriert. Und die Bevölkerung kann hygienisch sauberes Wasser aus den Vorratstanks neben dem Container zapfen.

TANAPA baut das Verwaltungsgebäude

upendo legt großen Wert darauf, dass wir unsere Bau- und Renovierungsmaßnahmen an öffentlichen Schulen nicht im Alleingang durchführen, sondern dass sich der tansanische Staat seiner Verantwortung und seinen Möglichkeiten entsprechend beteiligt. Mit Freude können wir berichten, dass in den letzten Monaten auf diesem Wege das Verwaltungsgebäude mit den Lehrerzimmern an der Sekundarschule in Emboreet gebaut wurde:

Das von TANAPA gebaute Verwaltungsgebäude an der Sekundarschule in Emboreet

TANAPA (Tanzania National Parks), eine Behörde, die für die Nationalparks verantwortlich ist und u.a. die Parkgebühren von den Touristen einsammelt, gibt einen Teil ihres Einkommens für Infrastrukturmaßnahmen in den angrenzenden Gebieten der Nationalparks aus. So hat TANAPA erst Ende Oktober mit dem Bau dieses Gebäudes begonnen. Jetzt, Mitte Februar, ist es bereits fertig und die Lehrer räumen das bisher als Lehrerzimmer besetzte Klassenzimmer.

Erfreuliche Entwicklung

Anfang Januar teilte Toima Kiroya uns mit, dass zurzeit viele Eltern ratsuchend zu ihm kommen. Sie beschweren sich, dass ihre Kinder nicht zum Besuch der weiterführenden Schule oder der Oberstufe ausgewählt worden seien. Das ist eine neue und erfreuliche Entwicklung: bisher haben sich die Eltern nicht um die Schulausbildung ihrer Kinder gekümmert, geschweige denn sich beschwert.

Fotos:
(1) Rüdiger Fessel (Mai 2016)
(2) Onesmo Toima (Dezember 2016)
(3) Fred Heimbach (Dezember 2016)

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