Anlässlich der Übergabe der Grundschule Naankaileer an den Staat Tansania präsentieren Schulkinder stolz ihr neues Schulmaterial.

Im laufenden Jahr hat upendo dank der finanziellen Unterstützung unserer Freunde und Förderer bereits zahlreiche Schulgebäude fertigstellen und an den Staat Tansania übergeben können. Die feierliche Übergabe von zwei Klassenzimmern nebst Ausstattung und Sanitäranlage für die Grundschule Naankaileer markiert insofern nur den jüngsten Erfolg der langjährigen Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation ECLAT. Weitere Schulübergaben stehen auch im restlichen Jahresverlauf noch an und sind für kommendes Frühjahr in der Planung. Darüber hinaus treibt upendo insbesondere verschiedene Vorhaben zum Capacity Building („Kapazitätsaufbau“) wie die Frauenarbeit oder die Kampagnen zur Akzeptanz von Familienplanung voran.

Schulprojekte

Auch für die Kinder war das ein ereignisreicher Tag.

Noch immer gehen nicht alle Kinder in Tansania zur Schule. Dies gilt insbesondere für den stark ländlich geprägten Distrikt Simanjiro. Die dortige Bevölkerung erkennt aber mehr und mehr an, dass Bildung eine zentrale Voraussetzung für ihre Zukunft ist. In der Folge treten regelmäßig einzelne Dorfgemeinschaften aktiv an upendo über unsere Partner in Tansania mit der Bitte um Unterstützung heran. Die einzelnen Dorfgemeinschaften sind oft sehr motiviert, die Bildungssituation schnell zu verbessern. Dies lässt sich in vielen Fällen beispielsweise an dem Umstand ablesen, dass einzelne Gemeinschaften nach Kräften selbst mit dem Bau von Gebäuden beginnen. So verhielt es sich auch bei der eingangs erwähnten Grundschule Naankaileer. Hier hat die Dorfgemeinschaft ein großes Gemeinschaftsgebäude soweit errichtet, dass darin mit dem Unterricht zumindest begonnen werden konnte. Damit besteht eine günstige Ausgangslage, um möglichst viele Kinder zum Schulbesuch anzuhalten.
Die eng eingebundene Distriktregierung hat ihrerseits ebenfalls zugesagt, die Zahl der Lehrer im Simanjiro-Distrikt deutlich aufzustocken. Bei der Übergabe der Grundschule Naankaileer verkündete ein Regierungsvertreter zudem, dass ein aus dem Dorf stammender Lehramtsabsolvent eine Festanstellung für eben diese Schule erhalten wird.

Frauenarbeit

Gemeinsam stellen die Mitglieder einer Frauengruppe Seife her, die sie verkaufen wollen.

Die Frauenarbeit durch die Mitarbeiterinnen von ECLAT macht große Fortschritte. Diese umfasst die regelmäßige Schulung von Frauengruppen in den Dörfern und im Frauenzentrum, damit diese lernen, sich eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Je nach den Interessen der jeweiligen Gruppenmitgliederinnen kommen verschiedene Aktivitäten in Betracht, wie beispielsweise die Herstellung von flüssiger oder fester Seife. Als Folge der Corona-Pandemie hat die Wertschätzung für Rei-nigungsmittel stark zugenommen, so dass mit deren Herstellung ein wirtschaftlich relevantes Einkommen erzielt werden kann. Daneben besteht ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt darin, dass die Frauen in einer Gemeinschaft nach selbst gewählten Regeln arbeitsteilig und langfristig planend zusammenarbeiten.

Familienplanung

Massai-Frauen führen bei einer Familienplanungsveranstaltung einen Tanz auf.

Kinderreichtum wird in der Kultur der Massai auch heute noch mit hohem Ansehen verbunden. Allerdings müssen die vielen Kinder versorgt und eine Chance auf Bildung und ein angemessenes Leben erhalten. Dieser Zusammenhang kommt langsam in der Bevölkerung an und das Thema Familienplanung gewinnt an Akzeptanz. Dennoch sieht ECLAT in diesem Bereich noch erhebliche Anstrengung für erforderlich, um das Bevölkerungswachstum zu reduzieren.

Ausbildung jugendlicher Mädchen

Mit Freude zeigen die jungen Frauen ihre erlernten Techniken in der Hauswirtschaft.

Ende Januar hat der zweite Jahrgang jugendlicher Mädchen mit ihrer zweijährigen handwerklichen Ausbildung begonnen. Wie zuvor auch, umfasst der Jahrgang jugendliche Mädchen im Alter von 14 bis 20 Jahren. Ohne die Chance, die ihnen das Ausbildungsprojekt bietet, würden die meisten dieser Mädchen, wenn nicht alle, zeitnah verheiratet.
Seit dem Start der Ausbildung sind zwar nur wenige Monate vergangen, jedoch konnten die 32 Teilnehmerinnen dieses Jahrgangs kürzlich im Rahmen eines Besuchs bereits großartige Leistungen demonstrieren, und zwar sowohl im Bereich der Nahrungsherstellung als auch des Textildesigns.
Die Bauarbeiten zum Ausbildungszentrum laufen weiter. Die Räumlichkeiten für die Werkstätten stehen bereits, jedoch muss noch der Innenausbau abgeschlossen werden. Daher erfolgt die Ausbildung teilweise noch im angrenzenden Frauenzentrum von ECLAT. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, stehen dann auch dem Frauenzentrum mehr Räumlichkeiten für die Frauenarbeit von ECLAT zur Verfügung.

Fotos: Gisela Faulhaber, Grafik-Design: Heike Ponge

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