Schulbildung
Auch 2025 war wieder ein erfolgreiches Jahr für unseren Einsatz zur Verbesserung der Schulbildung in abgelegenen Gegenden Tansanias. Dank der finanziellen Unterstützung unserer Freunde und einiger Stiftungen konnte upendo mit der tansanischen Partnerorganisation ECLAT insgesamt an mehr als einem Dutzend Primarschulen bauen, überwiegend mit Erweiterungs- und Ausbauarbeiten, aber auch mit dem Bau neuer Schulen. Die Schulen liegen überwiegend in der Massai-Steppe, aber auch in anderen Gegenden Tansanias. Die meisten der Projekte wurden bereits den Distriktregierungen übergeben, die die Verantwortung für den Schulbetrieb übernommen haben und gerne möchten, dass wir unseren Einsatz für Schulbildung in abgelegenen Gegenden weiterführen. Es gehen heute zwar viel mehr Kinder tatsächlich zur Schule als noch vor wenigen Jahren, aber die Klassen sind überfüllt und immer noch gehen zahlreiche Kinder nicht zur Schule. Der Wettlauf zwischen dem Bevölkerungswachstum in diesen Gegenden und der Schulbildung kann nur mit dem weiteren Ausbau von Schulen gewonnen werden.
Im vergangenen Jahr konnten wir zudem mit dem Bau einer weiteren Sekundarschule im Simanjiro-Distrikt beginnen, einer Schule nur für Mädchen. Durch die verbesserte Situation mit Primarschulen erreichen jetzt auch immer mehr Kinder die Sekundarschulreife. Obwohl wir erst im Februar 2025 mit dem Bau begonnen hatten, konnte bereits im Januar dieses Jahres der Unterricht für die Eingangsklasse beginnen. Es war ein Kraftakt für ECLAT, da die Schule als Internat auch Schlafsäle braucht, wir einen Grundwasserbrunnen für die Wasserversorgung bohren und Wohnhäuser für die Lehrer bauen mussten. Die Regierung hat ihren Teil dazu beigetragen, mit der Verlegung einer Stromleitung zum Schulgelände, der Registrierung der Schule, der Abordnung von Lehrern und Zuteilung der Schülerinnen. Gemeinsam konnte so das hochgesteckte Ziel der Schuleröffnung nach weniger als einem Jahr erreicht werden.
Wasserversorgung
Wasser wird zunehmend für viele Gemeinden und Schulen zu einem großen Problem. Durch die stark verspätete kleine Regenzeit Ende 2025 waren selbst unsere Wasserfiltrationsanlagen in Narakauo und Naiti ohne Wasser, da die Seen ausgetrocknet waren. An den Schulen führt die hohe Zahl der Kinder dazu, dass die Wasservorräte, die während der Regenzeit von den Schuldächern in den Wassertanks aufgefangen werden, bereits nach kurzer Zeit erschöpft sind. So müssen die Kinder, statt in der Schule zu lernen, stundenlang laufen, um weit entfernt Wasser zu holen. Für die Primarschule Orkiringo, an der die Kinder besonders weite Wege zum Wasserholen zurücklegen müssen. konnte upendo im vergangenen Jahr einen Grundwasserbrunnen bohren. Der Grundwasserpegel liegt in dieser Gegend tief, Bohrlöcher müssen 150 m in die Tiefe gebohrt werden und die solarbetriebenen Pumpen entsprechend stark ausgelegt sein. Zudem wird nicht bei jeder Bohrung tatsächlich auch Grundwasser gefunden. Bisher konnten wir nur einige Schulen und deren umgebende Bevölkerung auf diese Weise mit Wasser versorgen, möchten diese Projekte aber gemeinsam mit ECLAT ausweiten. Auch für dieses Jahr steht ein weiteres Wasserprojekt für eine unserer Schulen auf dem Programm.
Ausbildung jugendlicher Mädchen
Der Ausbau des Ausbildungszentrums für jugendliche Mädchen kommt zügig voran. Im Januar konnte der zweite Jahrgang mit der zweijährigen Ausbildung beginnen. Jetzt erlernen dort 64 jugendliche Mädchen handwerkliche und unternehmerische Fähigkeiten, mit denen sie sich eines Tages ein eigenes Einkommen erwirtschaften können. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen übersteigt unsere Kapazitäten bei weitem. Es ist bewegend, die Begeisterung und Dankbarkeit der Mädchen zu erleben, die genau wissen, dass sie alternativ bereits verheiratet worden wären. Das Zentrum wird im Laufe dieses Jahres fertig; im November dieses Jahres soll die Fertigstellung zum Abschluss der zweijährigen Ausbildung des ersten Ausbildungsjahrgangs gebührend gefeiert werden.
Frauenarbeit
Das Zentrum für jugendliche Mädchen ist eine besondere und grundlegend neue Facette der Frauenarbeit von ECLAT. Diese greift Hand in Hand mit weiteren Formen der Frauenarbeit, um insgesamt möglichst viele Frauen zu fördern. In der Kultur der Massai werden Frauen kaum Eigenständigkeit und nur wenige Rechte zugestanden. Durch die Bildung von Frauengruppen finden Frauen neue Wege für ein eigenständigeres Leben und eigenes Einkommen, das ihnen und ihren Kindern einen besseren Lebensstandard ermöglicht, was vor allem Ernährung, Gesundheitsversorgung oder Schulbildung ihrer Kinder betrifft. Die Mitarbeiterinnen von ECLAT sind selber Massai-Frauen. Sie kennen ihre Kultur und schulen die Frauengruppen intensiv in der Herstellung und dem Vertrieb von Gütern wie z.B. Seife oder der Aufzucht von Küken. Und selbstverständlich werden dann auch Themen miteinander besprochen, die die Frauen beschäftigen, ob persönliche Hygiene oder im Haushalt, das Verhältnis von Frauen und Männern, Erziehung von Kindern oder Möglichkeiten zur Familienplanung. Wir von upendo unterstützen diese Arbeit von ECLAT gerne und können bei unseren Besuchen nur erstaunt feststellen, wie sich das Selbstbewusstsein der Frauen und Mädchen in den vergangenen Jahren bereits gewandelt hat und wie gut dieser kulturelle Wandel in ihrer Gesellschaft Eingang und Akzeptanz gefunden hat.
FLY & HELP und upendo – eine starke Partnerschaft
Wir möchten uns bei Euch – upendo und ECLAT – von Herzen für die wunderbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit in Tansania bedanken. Seit vielen Jahren verbindet uns ein starkes partnerschaftliches Miteinander, das weit über die Umsetzung einzelner Projekte hinausgeht. Gemeinsam konnten wir bereits 79 Bauprojekte an 41 Standorten realisieren – ein beeindruckender Beweis dafür, wie viel wir erreichen können, wenn wir dieselbe Vision teilen: Kindern durch Bildung eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Wir konnten uns schon mehrfach persönlich vor Ort von der Arbeit überzeugen. Jede Reise hat uns gezeigt, mit wie viel Engagement, Kompetenz und Herzlichkeit ihr die Projekte begleitet. Auch viele unserer Spenderinnen und Spender durften bereits Schulen persönlich einweihen und haben dabei immer wieder berichtet, wie professionell und warmherzig sie betreut wurden. Diese Erlebnisse schaffen Vertrauen und Begeisterung – und sie machen die Wirkung unserer Arbeit unmittelbar erlebbar.
Dass wir mit unserer Stiftung FLY & HELP weltweit inzwischen über 1.000 Schulen bauen konnten, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit – vor allem gegenüber unseren treuen Spenderinnen und Spendern, die diese Projekte ermöglichen, und gegenüber Partnern wie euch, die sie vor Ort mit so viel Leidenschaft umsetzen. Ihr seid nah an den Menschen vor Ort, ihr kennt ihre Bedürfnisse und koordiniert die Projekte mit großer Sorgfalt und Verantwortung.
Wir freuen uns sehr darauf, diesen gemeinsamen Weg fortzusetzen – mit neuen Projekten, neuen Ideen und der gleichen partnerschaftlichen Stärke, die uns bisher begleitet hat. Lasst uns zusammen weiterhin Orte schaffen, an denen Bildung wächst und Zukunft entsteht.
Mit herzlichen Grüßen
Reiner Meutsch & Silanca Weihmann, FLY & HELP
Fotos: Rüdiger Fessel, Fred Heimbach
Layout: Heike Ponge




