service-icon-2Das Projekt umfasst den Bau einer Schule (Mittelschule), Wohngebäude für die Lehrerschaft, Krankenstation, Wohnhäuser (dormitories) für die Schüler und ein Verteilungssystem für die Wasserversorgung der Schule. Für lange Zeit sahen die Maasai keine Bedeutung für Investitionen in die Bildung ihrer Kinder, so dass dieser Volksstamm die rückständigste Bildung aufweist. In den letzten Jahren haben die Maasai jedoch die Notwendigkeit der Erziehung ihrer Kinder erkannt und sie beginnen, Bildung mit Freiheit in Verbindung zu bringen und nach Lösungen für ihre Herausforderungen zu suchen. Das betrifft auch die zunehmende Verknappung der Weideflächen für ihre Rinder.

Nach so vielen Jahren der kulturellen Schwierigkeiten haben sich die Maasai zu einer der finanziell benachteiligsten Gruppen in Tansania entwickelt. Sie können es sich nicht leisten, ihre Kinder nach Abschluss der Primarschule auf die weiterführende Schule zu schicken. Das Emboreet-Schulprojekt soll durch den Bau einer Mittelschule dazu beitragen, dass die Kinder der Maasai, die gut lernen können, aber finanziell schwach sind, eine qualitativ hochwertige Bildung erreichen können. Die Schule soll im Laufe von sechs Jahren fertig gestellt werden.

Begründung und Bedeutung

Der kulturelle Druck vor allem auf die Frauen sowie die Überzeugung, dass Bildung den Kontakt mit Kulturen und Traditionen verlieren lässt, sind der Grund, warum die Maasai sich so sehr gegen Bildung gewehrt haben. Bildung wäre der beste Augenöffner für die massive Unterdrückung, der die meisten Maasai-Frauen für so viele Jahre unterworfen waren.

In der Maasai-Kultur ist Lernen ein lebenslanger Prozess, dessen Abschluss in jedem Stadium gefeiert wird. In der modernen Welt ist die Erkenntnis selbstverständlich, dass es weitgehend unmöglich ist, ohne jede Form einer formalen Bildung zu überleben. Unter Beibehaltung der eigenen Kultur wäre ein bikultureller Ansatz am sinnvollsten, in dem die kulturellen Ansätze der Maasai und ein westliches Bildungssystem zusammengeführt werden. Damit wäre sichergestellt, dass das in der Schule Erlernte für die Maasai-Schüler in ihr tägliches Leben integrierbar bleibt. Das Emboreet-Schulprojekt soll gewährleisten, dass die Kinder der Maasai eine gute und qualitativ hochwertige Bildung erhalten, um den Analphabetismus zu bekämpfen und dann möglichst auch in der Maasai-Gesellschaft zu reduzieren.

Die Maasai-Bevölkerung verdoppelt sich in weniger als 20 Jahren. Die Bevölkerungszahl lag bei der Volkszählung 2013 bei 840.000, im Vergleich zu 377.000 im Jahr 1993 und 400.000 im Jahr 2003. Mit einem nahezu konstanten Rinderbestand pro Kopf wird der Rinderreichtum der Maasai durch die Vermehrung der Menschen relativiert: Das verursacht auch die Verarmung der Maasai, da ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von ihrem Vieh abhängt. Es besteht daher für die Maasai die Notwendigkeit, eine qualitativ hochwertige Bildung zu erreichen, um die Chance auf ein adäquates Leben zu erhalten.

Problemstellung

Die Versagung eines Rechts auf Bildung ist eine der wichtigsten Probleme für die Entwicklungsgesellschaften in Afrika. Nach Angaben des Weltbankberichts liegen Mädchen aufgrund der kulturellen Zwänge am unteren Ende der Analphabetenrate: mehr als 60 % der Mädchen sind Analphabeten, obwohl die Situation für die Jungen fast genauso aussieht.

Der Simanjiro-Bezirk in Arusha zeigt aufgrund von kulturellen Herausforderungen eine hohe Rate an Schulabbrechern, wie Schwangerschaft, frühe Heirat, Bevorzugung der Bildung für Jungen gegenüber der für Mädchen. Eine Untersuchung aus dem Jahre 2011 vom Pastoral Women’s Council in Zusammenarbeit mit Community Aid zeigt, dass Morans, die jungen Maasai-Krieger, durch die Gemeindeältesten stimuliert werden, junge Mädchen zu schwängern, so dass diese gezwungen werden, die Schule abzubrechen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Familien Lehrer bestechen, damit sie Mädchen durchfallen lassen und von der Schule schicken. Andererseits sind Jungen nicht besser gestellt, wie die letzte Volkszählung in Tansania zeigt, in der für den Simanjiro-Bezirk, in dem die Schule gebaut werden soll, eine Analphabetenrate von etwa 73 % berichtet wird. Die Größe und Komplexität des Problems der Schulbildung für die Maasai in Simanjiro ist groß, wächst und kann in einer Zeit, in der wir uns in ein digitales Zeitalter bewegen, nicht ignoriert werden.

Verschiedene Maßnahmen wurden eingeführt, um Bildung zu fördern und den Schulbesuch im Bezirk zu verbessern. Vielleicht die bekannteste unter den Maasai ist die Bewusstseinsbildung durch NGOs, welche Gemeinde im Hinblick auf Bildung im Bezirk wohl führend sei. Erfolg versprechend ist aber auch die Unterstützung durch Maasai-Älteste, die die Bedeutung der Bildung begriffen haben und gute Botschafter für den Rest der Bevölkerung sind.

Doch mit den begrenzten staatlichen Ressourcen und der wachsenden Bevölkerung bleibt die Qualität der Bildung der Maasai eine große Herausforderung. Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um die Qualität der Schulbildung in der Emboreet-Gesellschaft zu verbessern. Daher wurde von der Eclat-Stiftung das Emboreet-Schulprojekt gegründet, um dieses akute Bildungsproblem anzugehen, unter dem die Maasai leiden. Wir glauben fest daran, dass die Zukunft der Maasai in der Bildung liegt, die zudem auch die Grundvoraussetzung für die Bekämpfung der allgemeinen Armut ist.

Projektziele

Das Ziel des Projektes ist es, in einer ländlichen Umgebung, in der keine Bildungsmöglichkeiten bestehen, den Zugang zu offizieller und qualifizierter Bildung durch den Bau einer modernen Schule mit eigener Wasserversorgung zu verbessern. Diese Gegend ist ein typisches Weidegebiet in Tansania, ohne eine grundlegende Infrastruktur zur Unterstützung von Bildung.

Das Projekt ist auf die Erreichung der folgenden Ziele ausgerichtet:

  • Verbesserung der Möglichkeiten der Maasai-Gesellschaft für eine offizielle Bildung.
  • Die Zahl der Kinder zu verringern, die keine Schule besuchen (Jungen und Mädchen).
  • Die Qualität der Ausbildung in der Gesellschaft zu verbessern.
  • Förderung eines Gemeinschaftssinns und der Freiwilligenarbeit in den zukünftigen Generationen.
  • Bewusstseinsänderungen als Möglichkeit zur Lösung sozialer und wirtschaftlicher Probleme bei der Entwicklung einer gerechten Gesellschaft.

Angestrebte Ziele

Die erwarteten Ergebnisse der Maßnahmen sind:

  • Kinder, die die Primarschule erfolgreich abgeschlossen haben, bekommen eine Chance zur Fortsetzung der Schulausbildung in der Sekundarstufe.
  • Menschen in den Gemeinden entwickeln Bewusstsein für die Bedeutung einer qualitativ hochwertigen Bildung ihrer Kinder.
  • Reduzierung der Schulabbruchrate vor allem bei den Mädchen.
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Wir danken der Fürsorge- und Bildungsstiftung für die Finanzierung dieses Projektes.

  • Fürsorge- und Bildungsstiftung

    FÜRSORGE-
    UND BILDUNGS-
    STIFTUNG

    Die Fürsorge- und Bildungsstiftung gewährt in- und ausländischen Organisationen finanzielle Unterstützung, die Projekte und Maßnahmen gemäß dem Stiftungsziel durchführen. Dank der Fürsorge- und Bildungsstiftung konnten das Wasser- und Schulprojekt der ECLAT Foundationen finanziert werden.